Bruno-Kreisky-Preis für sozial-ökologisches Wohnen und Zusammenleben 2025
Soziales Wohnen als gesellschaftliche Aufgabe
Mit der Verleihung des Bruno-Kreisky-Preises für sozial-ökologisches Wohnen und Zusammenleben stand am 30. September 2026 im Architekturzentrum Wien eine zentrale soziale Frage im Mittelpunkt: Wie lässt sich qualitätsvoller und leistbarer Wohnraum schaffen, der zugleich den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und den ökologischen Herausforderungen gerecht wird?
Ausgezeichnet wurden Judith M. Lehner, Bernadette Krejs, Simon Güntner und Michael Obrist für die Publikation „Soziales Wohnen in Wien. Ein transdisziplinärer Dialog“, die sie herausgegeben haben. Der Sammelband bringt Perspektiven aus Architektur, Stadtplanung, Sozialwissenschaften und Verwaltung zusammen. Er untersucht das Wiener Wohnmodell in seiner Vielfalt und verbindet wissenschaftliche Analyse mit Erfahrungen aus der Praxis. Dabei geht es ebenso um Kosten und räumliche Qualität wie um Nachbarschaft, soziale Beziehungen und die Anforderungen des Klimawandels.
Die Jury würdigte insbesondere den Beitrag des Buches zur aktuellen Wohnbaudebatte. Die Publikation arbeitet die historischen Stärken des Wiener Modells heraus und fragt zugleich nach dessen Weiterentwicklung. Leistbarkeit, soziale Durchmischung und Nachhaltigkeit werden dabei als zusammenhängende Aufgaben verstanden. Auch Bodenpolitik und Stadtentwicklung erhalten ihren notwendigen Platz in einer Debatte, deren Bedeutung weit über Wien hinausreicht.
Wissenschaft und Praxis im Dialog
Das Programm der Preisverleihung verband die Würdigung der Publikation mit einem Austausch über die Zukunft des sozialen Wohnens. Auf die Begrüßung durch Angelika Fitz, Direktorin des Architekturzentrums Wien, und die einleitenden Worte von Andrea Washietl, Obfrau des Vereins für Wohnbauförderung, folgten die Laudatio des Juryvorsitzenden Hannes Swoboda sowie der informative Vortrag der Preisträger:innen. Durch den Abend führte Sonja Kato.
Unter dem Titel „Soziales Wohnen – Lebensqualität und Leistbarkeit“ brachte das anschließende Gespräch Forschung und Wohnbaupraxis zusammen. Für die von Maik Novotny moderierte Diskussion waren Andrea Washietl, Bernadette Krejs, Judith M. Lehner und die Wohnbauexpertin und Mitautorin Amila Širbegović eingeladen.
Der vom Verein für Wohnbauförderung gestiftete und gemeinsam mit dem Karl-Renner-Institut vergebene Preis steht für die Verbindung von wissenschaftlicher Auseinandersetzung und gesellschaftlicher Verantwortung. Die ausgezeichnete Publikation gibt dafür wichtige Impulse: Wie wir wohnen, prägt unsere Möglichkeiten zur Teilhabe, unsere sozialen Beziehungen und unseren Alltag. Die Zukunft des sozialen Wohnens ist damit auch eine Frage nach der Zukunft unseres Zusammenlebens.
Projektleitung
Dr. Michael Rosecker
Konatkt