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Erinnern an Karl A. Duffek (12.3.1962 – 7.8.2016)

Karl A. Duffek verstarb am 7. August 2016 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 54 Jahren. Bis zuletzt war er als Direktor des Karl-Renner-Instituts, als Internationaler Sekretär der SPÖ und als Vizepräsident der Foundation for European Progressive Studies (FEPS) aktiv. Mit seinem Tod hinterließ er eine große Lücke in der österreichischen Sozialdemokratie.

Nach seinem Studium der Germanistik, Anglistik und Sozialwissenschaften widmete er sein gesamtes Berufsleben der politischen Bildungsarbeit. Schon bald nach seinem Eintritt in die politische Akademie der SPÖ als wissenschaftlicher Mitarbeiter übernahm er Führungsfunktionen, zunächst als stv. Direktor, ab 1999 als Direktor. Parallel dazu wirkte er von 1998 bis 2001 als Bundesbildungssekretär der SPÖ. Die Ziele seiner Arbeit hat er immer klar definiert. Es ging ihm darum, das Institut als anerkanntes und politisch relevantes Diskursforum zu positionieren und den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik zu fördern.

Die Sozialdemokratie muss im Dialog definieren, welche Gesellschaft aus ihrer Sicht wünschenswert wäre. Diese Verantwortung kann ihr nicht abgenommen werden.

Aus: Progressive Perspektiven. Edition Karl-Renner-Institut, Band 2, Löcker Verlag 2013

Karl A. Duffeks intellektuelle Redlichkeit und seine politische Loyalität wurden weithin geschätzt. So konnte er über viele Jahre als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik anspruchsvolle Projekte umsetzen. Eine Schlüsselrolle spielte er, um nur einige Beispiele zu nennen, bei der Entwicklung des Grundsatzprogramms der SPÖ von 1998, bei der Konzeption und Umsetzung des Diskursprojekts „Netzwerk Innovation – Zukunftsfähige Politikprojekte“ (2000–2002) und bei der Weiterentwicklung des „Bruno-Kreisky-Preises für das politische Buch“ zu einem über Österreichs Grenzen hinaus renommierten Preis für politische Literatur.

2010 übernahm Karl Duffek zusätzlich zu seinen Funktionen in der Bildungsarbeit das Amt des Internationalen Sekretärs der SPÖ. Ein besonderes Anliegen war ihm die Schaffung einer europäischen Bildungsstiftung. Nach umfassenden und beharrlichen Vorbereitungsarbeiten konnte die heute so wichtige Foundation for European Progressive Studies im Jahr 2008 mit Sitz in Brüssel ihre Arbeit aufnehmen. Bis zu seinem Tod fungierte Duffek als deren Vizepräsident.

Karl (Charlie) Duffek wird auch als Buchherausgeber, als Autor zahlreicher Artikel im kulturpolitischen Feld und als weitsichtiger und humorbegabter Gesprächspartner in Erinnerung bleiben.

Ein, wenige Monate vor seinem Tod veröffentlichter, Artikel zum Thema „Wege aus der Krise. Gedanken zur Lage der europäischen Sozialdemokratie“ schließt mit folgenden Worten:

Macht und Eigeninteressen werden in der Politik immer eine Rolle spielen, vor allem aber geht es um die Absicht, dem Gemeinwesen zu dienen und zu dessen positiver Weiterentwicklung und auch Veränderung beizutragen. Das mag sich ein wenig utopisch anhören, Utopie gehört aber zum Wesen der Sozialdemokratie. Darauf könnte sie sich vielleicht ein bisschen mehr besinnen.

Karl A. Duffek, Bildungskurier 2/2016

Text: Barbara Rosenberg, Stv. Direktorin des Karl-Renner-Instituts und Bundesbildungssekretärin der SPÖ a.D.