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Ohne Gleichstellung keine Demokratie

Die Emanzipationsbewegung war im letzten Jahrhundert erfolgreich, doch inzwischen werden die erkämpften Frauenrechte wieder infrage gestellt. Dies wird besonders in Amerika (Streichen des Begriffs "Gender") oder Argentinien sichtbar, wo der Zugang zu Abtreibungen stark eingeschränkt wurde bzw. Einschränkungen drohen. Aktuelle Debatten zu Ulmen, Weißmann und Seiler zeigen, wie wichtig es ist, über Grenzen aus feministischer Perspektive zu diskutieren und dabei auf internationale Vorbilder – Stichwort Spanien – zu schauen.

67 % versus 32 %

Dabei ist die feministische Perspektive wichtig. Das zeigt eine neue Studie der Politikwissenschafterin Zoe Lefkofridi. Sie und ihr Team haben das gesellschaftliche Verständnis in Österreich von den Begriffen Demokratie und Gleichstellung mithilfe einer Befragung und Fokusgruppen untersucht. Wird nur die Demokratie abgefragt, unterstützen 67 % der Befragten diese. Werden zusätzlich Fragen zur Gleichstellung gestellt – ausgehend von der These, dass eine vollständige Demokratie auch Gleichstellung umfassen muss –, sinkt die Quote auf 32 %. Laut Lefkofridi überschätzen wir die Resilienz unserer Demokratie.

Wir sollen Antigender-Kampagnen ernst nehmen als Bedrohung für unsere Demokratie, nicht nur Frauenrechte, sondern unsere Demokratie als System.

Zoe Lefkofridi, Professorin für Politik & Geschlecht, Diversität & Gleichheit, Universität Salzburg

Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner berichtete im Rahmen einer Podiumsdiskussion von absurden Entwicklungen in Amerika, wie die Streichung von Forschungsförderungen für Transgender-Projekte und die Auswirkungen von falsch interpretierten Begriffen (zum Beispiel „Trans“ bei transgenen Mäusen), und betonte, dass die österreichische Regierung hier trotz des engen Budgets bewusst Maßnahmen ergreift (8,4 Millionen für klinische Forschung).

Überlasst die Welt nicht den Wahnsinnigen!

Neben institutionellen Strategien zur Stärkung feministischer Themen wird in Debatten oft die Rolle von Männern thematisiert. Über die Einbindung von Männern gibt es in feministischen Strömungen seit jeher unterschiedliche Ansichten. Lefkofridi sprach in diesem Zusammenhang von dem Eigennutzen für Männer und den äußerst positiven Effekten feministischer Maßnahmen auf sie. In Familien, in denen Gleichstellung gelebt wird, sind diese glücklicher und es gibt weniger Gewalt. Elisabeth Rosenmayr betonte, wie wichtig das Eigenengagement der Männer ist, und verwies auf Kampagnen wie die „National Organization of Men Against Sexism“  in Amerika Anfang der 90er Jahre – die es auch heute dringend braucht.