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Parlamentswahlen in Serbien

Am 25. Oktober 2026 finden in Serbien vorgezogene Parlamentswahlen statt, deren Ausgang mit großer Spannung erwartet wird. Kann sich der serbische Autokrat Aleksandar Vučić an der Macht halten, und zwar in einer neuen Rolle, der des Ministerpräsidenten? Oder gelingt es der Studierendenbewegung, die das Regime Vučić seit November 2024 mit ihren Protesten herausfordert und bei den Wahlen mit einer vielfältigen Liste antritt, den dringend benötigten politischen Wandel anzustoßen und eine neue Ära einzuleiten? Mit Spannung bleibt auch abzuwarten, ob das Regime faire Wahlen ermöglichen und eine allfällige Niederlage hinnehmen wird.

Die Ausgangslage, die zentralen Konfliktlinien und mögliche Szenarien für die Wochen nach der Wahl sowie die weitere Entwicklung Serbiens diskutierten wir vor wenigen Tagen mit den Expert:innen Florian Bieber und Aleksandra Tomanić sowie der Standard-Korrespondentin Adelheid Wölfl. Péter Techet vom Institut für den Donauraum und Mitteleuropa präsentierte eingangs sein Briefing, das einen kompakten Überblick über die Hintergründe und die aktuelle politische Situation in Serbien bietet.

Die Veranstaltung wurde vom Karl-Renner-Institut, dem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) sowie dem Campus Tivoli der ÖVP organisiert.

Ein möglicher Machtwechsel und die Gefahr der Eskalation

Die Diskutant:innen waren sich einig, dass die Liste der Studierendenbewegung durchaus Chancen habe, bei dieser Schicksalswahl, wie sie von Aleksandra Tomanić genannt wurde, eine Mehrheit im Parlament zu erringen – trotz der Propaganda des Regimes und der von der regierenden Fortschrittspartei dominierten Medienlandschaft. Die entscheidende Frage sei allerdings, ob und in welchem Ausmaß das Regime auf Wahlbetrug setzen und einen möglichen Wahlsieg der Studierendenbewegung überhaupt zulassen werde. Für die vermutlich spannungsgeladene Wahlnacht lasse sich zudem nicht ausschließen, dass das Regime mithilfe von Schlägertrupps eine Gewalteskalation provoziere.

Begrüßung

Friedrich Faulhammer, Vorsitzender des Vorstandes, IDM, Wien

Briefing 

Péter Techet, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IDM, Wien

Diskussion

Florian Bieber, Universitätsprofessor, Universität Graz

Aleksandra Tomanić, Präsidiumsmitglied der Südosteuropa-Gesellschaft, Belgrad

Adelheid Wölfl, Südosteuropa-Korrespondentin, Der Standard, Sarajevo

Moderation

Péter Techet, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IDM, Wien

Die Diskussion fand in Kooperation mit dem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) und dem Campus Tivoli der ÖVP statt.