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Progressive pathways for a resilient (re)construction of Ukraine: Towards a new social contract

Foundation for European Progressive Studies / Karl-Renner-Institut and others (ed.)
Yuliya Yurchenko
Brüssel: 2026
54 Seiten

ISBN 978-2-39076-056-6

Arbeit und Beschäftigte müssen im Zentrum des Wiederaufbaus der Ukraine stehen

Publikation in englischer Sprache

Die Studie stellt die Rolle von Arbeit und Beschäftigten ins Zentrum der Überlegungen zum Wiederaufbau der Ukraine. Dabei knüpft sie an den auf der Ukraine Recovery Conference im Juli 2022 in Lugano beschlossen Wiederaufbaurahmen an, der auf späteren Konferenzen in London (2023) und Berlin (2024) weiterentwickelt wurde: Zu Beginn steht die Schadensbehebung im Mittelpunkt, anschließend die kurzfristige und schließlich die langfristige Erholung.

Da der Krieg deutlich länger dauert als ursprünglich angenommen, geht die Studie davon aus, dass sich die Ukraine nach wie vor in einer Phase der Schadensbewältigung befindet. Vor diesem Hintergrund betont das Papier, dass kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft mit einer langfristigen Wiederaufbaustrategie verknüpft werden müssen. Entscheidungen, die heute aus der Not des Krieges heraus getroffen werden, sollten so gestaltet sein, dass sie später keine strukturellen Schwächen oder problematischen Abhängigkeiten nach sich ziehen.

Ein neuer Sozialvertrag für das Land

Eine zentrale Forderung der Studie ist die Entwicklung eines neuen Sozialvertrags für die Ukraine. Dieser soll starke Arbeitnehmer:innenrechte, funktionierende öffentliche Dienstleistungen sowie einen institutionell verankerten sozialen Dialog zwischen Staat, Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innenvertretungen umfassen. Die Autorin Yuliya Yurchenko argumentiert, dass der Wiederaufbau nicht allein auf Marktkräfte oder private Investitionen setzen darf, sondern eine aktive Rolle des Staates und eine strategische Industriepolitik erfordert. Gleichzeitig warnt sie davor, im Krieg eingeführte Deregulierungen oder Privatisierungen dauerhaft zu verankern.

Insgesamt plädiert die Studie für ein Wiederaufbaumodell, das wirtschaftliche Modernisierung mit sozialer Gerechtigkeit verbindet, Ungleichheiten reduziert und die Integration der Ukraine in die Europäische Union unterstützt. Ein solcher Ansatz soll langfristig zu einer resilienten, demokratisch verankerten und sozial ausgewogenen Wirtschaft beitragen.

Yuliya Yurchenko ist Senior Lecturer in Political Economy at the Centre for Political Economy, Governance, Finance and Accountability an der University of Greenwich.

“Progressive Ukraine Series”

Diese ist die letzte von insgesamt sieben Studien aus der Reihe "Progressive Ukraine Series". Es soll aufgezeigt werden, dass Sozialdemokrat:innen der Ukraine helfen können, eine resiliente und gerechtere Gesellschaft aufzubauen. Der nötige Wandel muss das Wohl aller Bürger:innen in den Vordergrund stellen und einen proaktiven Staat fördern, der den Sicherheitsbedürfnissen Rechnung trägt. Zudem soll er sozialen, industriellen und technologischen Fortschritt mit Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit in Einklang bringen.

Die Projektpartner:innen: Karl-Renner-Institut, Foundation for European Progressive Studies (FEPS), Friedrich-Ebert-Stiftung in der Ukraine, Amicus Europae (Polen), Kalevi Sorsa Foundation (Finnland), Foundation Max van der Stoel (Niederlande) und Fondation Jean Jaurès (Frankreich).