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Studienprogramm 2023/24 des Karl-Renner-Instituts

Karl-Renner-Institut
Wien: 2023
78 Seiten

Politik braucht Vertrauen, Engagement und Zukunftsperspektiven

Im Zentrum der Demokratie steht ein Versprechen der Freiheit und Gleichheit, das sich auf Mitbestimmung und Teilhabe bezieht und somit nicht nur politische Rechte, sondern auch faire Lebensumstände und gerechte Entfaltungschancen meint. Viele Menschen merken jedoch, dass über die Jahre soziale Schieflagen in unserer Gesellschaft entstanden sind. Aktuelle Zahlen belegen das: 17,5 % der österreichischen Bevölkerung sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Die Anzahl der Personen in erheblicher Armut ist durch die Covid-Pandemie und Teuerungskrise auf über 200.000 Menschen gestiegen. Die Wohnung warm zu halten, neue Kleidung zu kaufen und die Mieten zahlen zu können, wird für die Betroffenen herausfordernd. Besonders betroffen sind Kinder, Frauen im Alter, Alleinerzieherinnen, Langzeitarbeitslose und Menschen ohne österreichische Staatsbürger:innenschaft. Jedoch auch die sogenannte Mittelschicht spürt, dass das Versprechen, es werde den eigenen Kindern einmal besser gehen, brüchig wird und dass der Verdienst der Lohnarbeit gegenüber Vermögen und Erbschaften ins Hintertreffen gerät. 

Politisierung: Ein Kernauftrag der Sozialdemokratie

Der Glaube, dass Demokratie etwas an den Lebensumständen verbessern kann, geht bei vielen somit verloren. Die Vorstellung, „die“ Politik könne die großen Herausforderungen unserer Zeit – wie Inflation, Klimaerwärmung oder Digitalisierung – meistern, schwindet. Immer mehr Menschen wenden sich ab oder radikalen Botschaften zu. Die Bereitschaft, sich für gerechte Verhältnisse und Chancen einzusetzen, sinkt wegen Mangels an Vertrauen in die Politik, fehlender Zukunftsperspektiven und/oder schwindendem Zutrauen in die eigene Kraft, etwas bewirken zu können. Diese bedenkliche gesellschaftliche Situation berührt einen historischen Kernauftrag der Sozialdemokratie: Menschen zu politisieren, zu ermächtigen und zu beteiligen, um gemeinsam die Lebensverhältnisse verändern und für alle gerechter gestalten zu können.

Breite Bildung für eine breite Bewegung

Unser neues Studienprogramm leistet hier seinen Beitrag. Ein breites Ausbildungsprogramm bietet die Möglichkeit, sich mit historischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Analysen, beteiligungsorientierter Kampagnenkompetenz und ehrenamtlicher Organisation zu beschäftigen und weiterzubilden. Öffentliche Veranstaltungen ermöglichen den politischen Dialog und die kritische Debatte. Ebenso wird unser systematischer Dialog der Politik mit der Wissenschaft weiter gepflegt, um so gemeinsam ein gutes Verständnis der herrschenden Verhältnisse zu bekommen und innovative Politikansätze zu entwickeln. Ebenso wird die europäische und internationale Perspektive intensiv eingebracht, damit überregionale bzw. globale Herausforderungen auch als solche verstanden werden, politische Menschen sich aus unterschiedlichen Regionen der Welt vernetzen und gute politische Ideen sich gegenseitig befruchten.

Es gibt viel zu tun. Das Studienprogramm 2023/24 wird seinen Beitrag leisten, politisch aktiv zu werden und gesellschaftliche Veränderung anzustoßen. Macht mit, wir freuen uns auf euch!