Mit seinem Buch „Die Entscheidung – Deutschland 1929 bis 1934“ zeigt Jens Bisky, wie sich Schritt für Schritt die Handlungsspielräume der Demokratie immer weiter einengten: auf Grund strategischer Kampagnen antidemokratischer Kräfte, ökonomischer und gesellschaftlicher Krisen sowie politischer Fehlentscheidungen.
Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf spektakuläre Ereignisse, sondern auf Prozesse: auf politische Strategien, auf das Verhalten der Eliten und auf Situationen, in denen sich Handlungsspielräume öffneten. Gab es Momente, in denen die Verteidigung der Demokratie noch möglich gewesen wäre? Und warum gelang es den demokratischen Kräften nicht, unter den Bedingungen und Unsicherheiten ihrer Zeit erfolgreiche Gegenstrategien zu entwickeln?
Die Veranstaltung diskutiert zentrale Dynamiken auf dem Weg in die Diktatur. Zugleich wird die Perspektive erweitert: Welche Parallelen und Unterschiede zeigen sich im österreichischen Kontext der 1930er-Jahre? Welche politischen Entscheidungen, Konflikte und Konstellationen prägten hier den Weg in den Faschismus? Es werden nicht nur historische Entwicklungen rekonstruiert, sondern auch grundlegende Fragen nach den Gefährdungen und der Verteidigung demokratischer Ordnungen gestellt.
Vortrag und Diskussion
Jens Bisky, ist ein deutscher Journalist und Buchautor und arbeitet am Hamburger Institut für Sozialforschung. Das Buch „Die Entscheidung“ war 2025 Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste von Die Zeit, Deutschlandfunk und ZDF.
Moderation
Michael Rosecker, Historiker und stellvertretender Direktor des Karl-Renner-Instituts
Projektleitung
Dr. Michael Rosecker
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